Balneotherapie

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Definition: therapeutische Anwendung natürlicher Heilmittel (Heilwässer, Gase, Peloide)

Heilwässer

  • Bäder
    • Kohlenstoffdioxid (CO2): diffundiert in die Haut
      • Dilatation der präkapillären Arteriolen ⇒ Hautdurchblutung↑ (bis 5-fach) ⇒ peripherer Kreislaufwiderstand↓, Blutdruck↓
      • Empfindlichkeit von Kälterezeptoren↓ ⇒ subjektiv wärmer ⇒ niedrigere Wassertemperatur (Hypothermie) ⇒ Bradykardie, Herzschlagvolumen&uarr
      • mindestens 800 mg/l, besser 1000-1400 mg/l
      • Indikation: Raynaud-Syndrom, pAVK I-II°, CRPS, chronische Wunden, trophische Störungen
      • bei Teilbädern immer beide Seiten (konsensuelle Reaktion)
    • Schwefelwasserstoff (H2S): starke Resorption über Haut
      • Hyperämie
      • Hemmung von Schmerzrezeptoren ⇒ analgetisch (nicht nur lokal!)
      • Hemmung von Langerhans-Zellen der Haut ⇒ Immunregulation?
      • Einbau von H2S in Gelenkknorpel ⇒ therapeutische Relevanz?
    • Natriumchlorid (NaCl): keine relevante Resorption
      • Elution von Harnstoff und Urokaninsäure aus der Haut ⇒ UV-Empfindlichkeit↑
      • Deposition von NaCl in der Haut ⇒ Zuquellen der Schweißdrüsenausführungsgänge ⇒ Hautwasserabgabe↓
      • in der Haut mitose- und juckreizhemmend
    • Natrium-Bikarbonat: Hyperämie → Wundheilung (bei Ulcus cruris, Dekubitus, Gangrän)
    • Radon (Ra): gute Resorption
      • Ionisierungseffekte ⇒ Hemmung der Zellteilung, Stoffwechsel↓
      • günstige Langzeitwirkungen bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen

Heilgase

  • Kohlenstoffdioxid (CO2)
  • Schwefelwasserstoff (H2S)
  • Radon (Ra)

Peloide

  • breiartige, wasserhaltige Mischungen
  • organisch ((Torf → Moorbäder/-packungen)
  • anorganischen (vulkanischer Tuff → Fangopackungen)
  • Voll-/Teilbäder,Packungen
  • gute Wärmehaltung, breiter Temperaturgradient ⇒ intensive und gleichzeitig schonende Hyperthermie
  • siehe auch Thermotherapie